On the Sea

On the Sea

Mit harter Arbeit und bedingungsloser Disziplin hält der Muschelfarmer Jack den Familienbetrieb an der rauen Küste von Nordwales am Laufen. Über die Jahre hat er sich mit seiner Frau Maggie eine stabile Existenz aufgebaut, ohne sich dabei je recht fragen zu können, was er wirklich vom Leben will. Antworten bekommt er, als der jüngere Deckhelfer Daniel in der abgelegenen Gemeinde auftaucht und keinen Hehl daraus macht, wie attraktiv er Jack findet.
On the Sea: Interview mit Barry Ward und Lorne MacFadyen

On the Sea: Interview mit Barry Ward und Lorne MacFadyen

In „On the Sea“ verliebt sich ein verheirateter Muschelfarmer in einen jüngeren Wanderarbeiter. Hauptdarsteller Barry Ward und Lorne MacFadyen erzählen im Interview über Männer mit Schutzpanzern, einen homophoben Bootsbesitzer und die Frage, ob ein heimliches Leben zwangsläufig auch verlogen sein muss.
Saleem Haddad: Flutlinien

Saleem Haddad: Flutlinien

Saleem Haddad hat seine Autorenkarriere mit einem queeren Selbstfindungstrip in der verglühenden Hitze des Arabischen Frühlings begonnen. „Guapa“ hieß sein Debütroman, der seit 2016 für anhaltende Begeisterung bei Publikum und Kritik sorgt und zum Stonewall Honor Book 2017 gekürt wurde. Jetzt hat der Autor „Flutlinien“ herausgebracht, seinen zweiten Roman, der wie der Vorgänger in der deutschen Übersetzung von Andreas Diesel erscheint. Erzählerisch holt Haddad diesmal deutlich weiter aus. Neben zwei markanten queeren Hauptfiguren steckt fast ein ganzes Jahrhundert irakischer Geschichte im neuen Roman. Armin Wühle hat seine ganz eigene Geschichte mit dem Buch. Für uns hat er sie aufgeschrieben.
Free at Heart

Free at Heart

In Max Hegewalds Debütfilm „Free at Heart“ verlieben sich zwei 16-jährige Jungs in der niedersächsischen Pampa ineinander. Doch die beiden verbindet ein Geheimnis, das ihnen Zärtlichkeiten eigentlich verbietet. Andreas Köhnemann sieht „Dimensionen einer griechischen Tragödie“ – und einen Film, der vor allem von der intensiven Chemie seiner beiden Hauptdarsteller Linus Moog und Aurel Klug lebt.
Angelina Maccarone: Wer nicht kotzen muss, wird Astronaut*in

Angelina Maccarone: Wer nicht kotzen muss, wird Astronaut*in

Durch Filme wie „Fremde Haut“ ist Angelina Maccarone als Wegbereiterin und feste Größe des deutschen Queer Cinemas bekannt. Jetzt hat die 61-Jährige ihren ersten Roman veröffentlicht. „Wer nicht kotzen muss, wird Astronaut*in“ ist ein unverhohlen autobiografisch geprägter Balanceakt zwischen Realität und Erfindung, in dem Maccarones Ich-Erzählerin weder mit beißender Kritik an der chauvinistischen Filmbranche noch mit schonungslosen Selbstbetrachtungen spart. Anja Kümmel hat sich von dem Buch amüsieren, berühren und verwirren lassen.
Douglas Stuart: John of John

Douglas Stuart: John of John

Auch in seinem dritten Roman „John of John“ erzählt der schottische Autor Douglas Stuart von schwulen Schicksalen an Orten, an denen Homosexualität verdrängt, angefeindet und ignoriert wird. Waren diese Schicksale im Debüt „Shuggie Bain“ und dessen Nachfolger „Young Mungo“ im Arbeitermilieu von Glasgow verortet, spielt „John of John“ in der archaischen Inselwelt der Äußeren Hebriden. Auch sonst ist einiges anders, doch die Erzählkunst ist geblieben. So steht „John of John“ auf der Longlist des renommierten Booker Prize, den Douglas Stuart 2020 mit „Shuggie Bain“ bereits gewonnen hat. Zu Recht? Axel Schock hat das 560-Seiten-Epos für uns gelesen.
Vratislav Maňák: Mit Wittgenstein in der Schwulensauna

Vratislav Maňák: Mit Wittgenstein in der Schwulensauna

Im Essay-Band „Mit Wittgenstein in der Schwulensauna“ tanzt der tschechische Autor Vratislav Maňák lust- und gedankenvoll durch die Freiräume zwischen Hoch - und Subkultur. Seine Reportagen über „gay spaces“ in Budapest, Wien, Prag oder Berlin setzen schwulen Cruising-Orten ein Denkmal, indem sie deren Vergangenheit und Bedeutung hinterfragen. Dabei enthüllen Maňáks Texte vieles, verschweigen aber auch so manches. Intellektueller Durchbruch oder literarischer Budenzauber? Marko Martin hat sich von der Lektüre inspirieren, irritieren und provozieren lassen.
The Beauty of Ballroom

The Beauty of Ballroom

Die Ballroom-Communities von Sun, Teddy und Xyza gelten in Südostasien als Safe Spaces vor Homo- und Transfeindlichkeit, Colorism und Stigmatisierung. Dort kommen Menschen zusammen, die sich miteinander zu den Familien gemacht haben, die sie sich immer gewünscht haben. Der umwerfende Dokumentarfilm „The Beauty of Ballroom“ von Chan Sze-Wei erzählt von Identität, Zusammengehörigkeit und queerer Widerständigkeit – mit sensationellen Tanzeinlagen.
Maspalomas

Maspalomas

Ein Schlaganfall schickt den Rentner Vicente aus seinem schwulen Paradies auf Gran Canaria in den tristen heteronormativen Alltag eines Pflegeheims auf dem Festland. Er muss sich zurück ins Leben kämpfen. Aber ist ein Neuanfang mit 76 Jahren möglich, wenn man sich kein schöneres Leben vorstellen kann als das alte? Mit ihrem warmherzigen Comedy-Drama „Maspalomas“ zeichnen die baskischen Regisseure Jose Mari Goenaga und Aitor Arregi ein melancholisches und authentisches Bild von Queerness im Alter. „Ein Film, der sehr genau hinschaut“, wie Andreas Köhnemann schreibt.
Jim Queen

Jim Queen

Ein Virus macht in Paris schwule Männer hetero – und plötzlich ist die eigene Community der Ort, an dem man nicht mehr dazugehören darf. In „Jim Queen“, dem wunderbar überdrehten Animationsabenteuer von Marco Nguyen und Nicolas Athané, wird diese amüsante Idee zum Ausgangspunkt für eine raffinierte Komödie über Körperkult, sexuelle Identität und die widersprüchlichen Regeln queerer Zugehörigkeit.