Ninja Motherf*cking Destruction

Ninja Motherf*cking Destruction

Was macht meine Identität aus? Und wem muss ich sie beweisen? Als filmische Langzeitstudie angelegt, ist „Ninja Motherf*cking Destruction“ ein wildes und ungefiltertes Porträt eines queeren Erwachsenwerdens – überbordendes Gefühlschaos inklusive. Nach acht Jahren Drehzeit und ohne Förderung oder Filmschule im Hintergrund ist Regisseurin Lotta Schwerk mit ihrem Langfilmdebüt die intensive, immer authentische Chronik einer Jugend gelungen – „voller emotionaler Kraft“, wie Laura Sternberg findet.
Drunken Noodles

Drunken Noodles

Das Leben ist ein Kunstwerk aus Sehnsucht, Lust und Fantasie in Lucio Castros „Drunken Noodles“, einem übernatürlich schönen Sommertraum von einem Film – für den im Sex so viel Bedeutung liegt wie in der Kunst. Eine Vision queerer Lust über Generationengrenzen hinaus; ein Bilderteppich von Begehren, Sehnsüchten und versuchter Nähe. Für Andreas Köhnemann „der Inbegriff eines queeren Films“. Im Juli läuft er in der Queerfilmnacht.
Jacob Israël de Haan: Pijpelijntjes – Die Jahre mit Sam

Jacob Israël de Haan: Pijpelijntjes – Die Jahre mit Sam

„Pijpelijntjes“ von Jacob Israël de Haan gilt als der erste niederländische Roman, der die Liebesbeziehung zweier junger Männer schildert. Die Erstausgabe des Buches im Jahr 1904 wurde als obszön, unmoralisch und verdorben herabgewürdigt und löste einen Skandal aus. Außerhalb der Niederlande wurde der überraschend zeitlose Text erst in den vergangenen Jahren neu entdeckt. Mit „Pijpelijntjes – Die Jahre mit Sam“ ist nun erstmals eine deutsche Fassung erschienen. Axel Schock über das literarische Debüt eines oft verkannten queeren Vorreiters.
Donkey Days

Donkey Days

Eine schwarze Farce der Boshaftigkeiten, wie sie nur in der Familie zu finden sind: In ihrem zweiten Spielfilm „Donkey Days“ untersucht die niederländische Regisseurin Rosanne Pel mit beißendem Humor ein schwer verrutschtes Mutter-Töchter-Dreieck –  grandios gespielt von den Hauptdarstellerinnen Susanne Wolff, Hildegard Schmahl und der Newcomerin Jil Krammer in einem spektakulären Kinodebüt. 
Mauern aus Sand

Mauern aus Sand

Ein bei allen beliebter Junge in einem kroatischen Dorf glaubt, seinen Weg gefunden zu haben. Doch dann taucht ein Freund aus der Vergangenheit auf und weckt Gefühle, die sein sorgsam zusammengebautes Selbstbild in Frage stellen. „Mauern aus Sand“ ist eine melancholisch erzählte Geschichte über das Erwachsenwerden und den aussichtslosen Versuch, Erwartungen zu füllen, die nicht die eigenen sind. Behutsam und frei von Sentimentalität inszeniert Regisseurin Čejen Černić Čanak die Liebe als Naturgewalt, die sich ihren Weg bahnt.
The Pleasure Is Mine

The Pleasure Is Mine

Schneller Sex, Drogen und Geld: Der 20-jährige Hustler Antonio hat einen magnetischen Charme, doch mit so etwas wie Liebe kann er wenig anfangen. Er nimmt sich ohne Rücksicht, was er will – steckt nach Sexdates die Wertsachen seiner Partner:innen ein und betrügt selbst seine beste Freundin um Geld. Elliptisch und sinnlich erzählt Sacha Amarals „The Pleasure Is Mine“ von einem Getriebenen, der eine Zuneigung sucht, zu der er selbst vielleicht gar nicht fähig ist. Jetzt ist der Film als VoD-Premiere im Salzgeber Club erhältlich. Andreas Köhnemann über ein schonungsloses, verführerisches Regiedebüt. 
Der straighte Blick auf queeres Kino

Der straighte Blick auf queeres Kino

Wie schreibt man als Hetero-Typ über queere Filme? Während seines Studiums entdeckte der Autor Till Kadritzke die queerfeministische Theorie und begann enthusiastisch, im queeren Diskurs mitzumischen. „In Fragen der Gender und Queer Studies möglichst radikal sein verhieß, auch selbst ein bisschen Queerness abzubekommen“, schreibt er heute – und fragt sich, ob diese „freundliche Übernahme von Queerness“ auch seine filmkritische Praxis geprägt hat. Erinnerungen an akademische Trends, zwei große Festivalhits und Spuren eines queeren Kinos, das Heteros in den Blick nimmt.
Auf dem Weg zur queeren Utopie

Auf dem Weg zur queeren Utopie

Einen Essay über ihre Wünsche ans queere Kino hatte Anne Küper im Sinn – und landete dabei auf den Spuren von 50 Jahren queerer Berliner Kulturgeschichte, angeleitet von einem nicht-heteronormativen Fan-Schal und dem legendären Reiseführer „Berlin von hinten“. Ihre Reise führte sie zu Bars wie dem Bull und dem Ficken 3000; zu Film-Ikonen wie Rosa von Praunheim und Manfred Salzgeber, Künstler:innen wie Suleika Aldini und Klaus Nomi; Institutionen wie dem Schwulen Museum und dem Chez Nous. Und zur Erkenntnis, dass das queere Kino weder neue Meisterwerke noch neue Held:innen braucht – „sondern ein Verständnis für diejenigen, die vor uns waren“.
The History of Sound

The History of Sound

Paul Mescal und Josh O’Connor als heimliches Liebespaar: Für „The History of Sound“ hat Regisseur Oliver Hermanus („Moffie“) eine Traumbesetzung für die beiden Hauptrollen verpflichten können. Doch das Liebesdrama um zwei musikbegeisterte Studenten zu Zeiten des Ersten Weltkriegs hat noch viele andere Qualitäten: „intensiv, traurig und wunderschön“, schreibt Andreas Köhnemann.
Der Traum vom New Queer Cinema

Der Traum vom New Queer Cinema

Seit seiner Studienzeit ab den späten 1980er Jahren in Hamburg beschäftigt sich der Medienwissenschaftler und Autor Peter Rehberg mit dem New Queer Cinema – und damit, wie an den Universitäten darüber nachgedacht wurde und wird. Hier blickt er darauf zurück, wie sich die Studierenden in Hamburg einst ihre Queer Film Studies selbst erschlossen haben und dafür kurzerhand ein eigenes Festival gründeten. Heute lehrt Rehberg in den USA – und fragt sich, wie viele Gedanken sich die Student:innen heute über das queere Kino machen.